“Diese Baumarten eröffnen tatsächlich eine ganz neue Agroforst-Welt und wecken viele inspirierende Ideen für zukünftige Pflanzungen” (Kundenzitat)

AGROFORST

Die Integration von Birken in Agroforstsysteme ist besonders vorteilhaft, da sie nicht in direkter Konkurrenz zu den Hauptkulturen um Mineral- und Wasserressourcen stehen.

In vielen modernen Agroforstprojekten liegt der Fokus auf Obstbäumen, die jedoch als Starkzehrer den Boden mit der Zeit auslaugen. Zudem konkurrieren Obstbäume mit benachbarten Kulturen, da ihre lateralen Wurzeln dazu neigen, den verfügbaren Raum zu dominieren. Daher sind regelmässige Wurzelschnitte erforderlich, um die Bäume zu trainieren, ihre Wurzeln in tiefere Bodenschichten zu lenken – ein Eingriff, der sie auf lange Sicht schwächen kann. In der Nähe von Birken hingegen lernen Obstbäume, dass sie von den überschüssigen Nährstoffen ihres Nachbarn profitieren können, anstatt ihre Wurzeln in Richtung anderer Kulturen auszubreiten.

Darüber hinaus tragen Birken durch ihr unterirdisches Netzwerk aus Ektomykorrhiza-Pilzen (EM) und arbuskuläre Mykorrhiza-Pilze (AM) zur Bodenverbesserung bei, indem sie Nährstoffe verfügbar machen und die Widerstandsfähigkeit der umgebenden Pflanzen stärken. Indem sie Nährstoffe an die Oberfläche bringen und überschüssige Schwermetalle binden, schaffen sie ein günstiges Mikroklima für das Wurzelwachstum und fördern die langfristige Bodenfruchtbarkeit.

Zudem enthalten Birkenblätter Phenolsäuren und Flavonoide, die eine wichtige Rolle in den Abwehrmechanismen der Pflanze spielen.

VITIFORST

Einige Studien haben arbuskuläre Mykorrhiza-Pilze (z. B. Glomus-Arten) in den Wurzeln von Betula pendula gefunden. Dies deutet darauf hin, dass Birken unter bestimmten Bodenbedingungen auch eine AM-Symbiose eingehen können.

Die Hauptbedingung ist nährstoffarme Böden – wie es in den meisten Fällen bei Weinbergen der Fall ist.

In Böden mit geringer Fruchtbarkeit kann Betula pendula eine Symbiose mit arbuskulären Mykorrhiza-Pilzen (AM) eingehen, um die Nährstoffaufnahme zu verbessern, insbesondere von Phosphor, der in solchen Umgebungen oft limitiert ist. Darüber hinaus können diese Pilze die Bodenstruktur stabilisieren und die Pflanze widerstandsfähiger gegenüber Umweltstress machen, was besonders in intensiv bewirtschafteten Weinbergen von Vorteil ist.
Quelle: Ecology and Evolution, 2021 Apr 2;11(10):5424–540

Wenn eine Rebenpflanze von einer Krankheit befallen wird oder unter Wassermangel leidet, übermittelt dieses Netzwerk von mykorrhizen die Nachricht an alle anderen Pflanzen und gibt ihnen die Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten, ein Gegenmittel herzustellen oder der anderen Pflanze einfach mit einem Wasserüberschuss zu helfen.

Schwermetallaufnahme:

Laut BAFU, enthalten landwirtschaftliche Böden in der Schweiz derzeit einen sehr hohen Anteil an Schwermetallen.
Besonders betroffen sind Weinberge und Obstplantagen, deren Cu- und Zn-Konzentrationen 5-6 mal höher sind als die empfohlenen Werte.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass eine Hohe Konzentrationen von Schwermetallen im Boden führen zu biologischem Abbau und beeinträchtigen die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens.
Dies verringert auch die antioxidative Wirkung von Obstbäumen und Reben und beeinträchtigt ihr Wachstum und ihre allgemeine Gesundheit

Die Birke ist einer der effizientesten Bäume, dem Boden Schwermetalle zu entziehen und sie im Holz zu binden. Quelle

Bolgheri area in Tuscany, Olive trees/vineyard mixed cultures
Foto: © branex – stock.adobe.com
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Obstbaumkulturen

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Heute erleben wir eine allgemeine Schwächung der Widerstandsfähigkeit von Obstbäumen in intensiv bewirtschafteten Kulturen, die aufgrund der langfristigen Auswirkungen von Monokulturen und wiederholten phytosanitären Behandlungen häufiger ersetzt werden müssen.

Was für den Menschen giftig ist, kann auch für die Bäume nicht gut sein.

In diesen Kulturen liegt die Konzentration von Kupfer und Zink nicht selten mehrere Male über dem Normalwert, was die Bodenqualität und die Gesundheit der Bäume weiter beeinträchtigt. In diesem Zusammenhang kann das Pflanzen von Birkenbäumen entlang von Obstplantagen helfen, die Bodenqualität wiederherzustellen.

Birken verbessern die Bodenfruchtbarkeit durch Stickstofffixierung, fördern die mikrobielle Biodiversität und unterstützen die Bodenregeneration, indem sie Schadstoffe aufnehmen und den Gehalt an organischer Substanz erhöhen. Dies reduziert letztlich den Bedarf an synthetischen Behandlungen und fördert ein nachhaltiges Obstbaummanagement.

Neben der Bodenregeneration können Birken auch als natürliche Barriere gegen Schädlinge und Krankheiten wirken. Ihre Präsenz verringert die Ausbreitung schädlicher Schädlinge und Krankheitserreger, indem sie ein vielfältigeres Ökosystem schaffen, das nützliche Insekten anzieht. Zudem wurde beobachtet, dass Obstbäume, die von Schädlingen befallen sind, über das Mykorrhiza-Netzwerk, das von den Birken unterstützt wird, Signale an benachbarte Bäume senden können.

Diese “Kommunikation” ermöglicht es den nahegelegenen Obstbäumen, ihre Abwehrmechanismen zu aktivieren, wodurch Schädlinge in der Umgebung weniger stark gedeihen. Dadurch wird der Gesamtdruck durch Schädlinge in intensiv bewirtschafteten Kulturen deutlich reduziert.